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2008-10-09 15:56:20
| | Liszt Klavierkonzerte 1 & 2 Im Mai 1822 zog die Familie nach Wien, um dem Jungen eine professionelle musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Neben dem Klavierunterricht Carl Czernys erhielt er Unterricht in Komposition bei dem bereits zweiundsiebzigjährigen Antonio Salieri. Liszt ließ sich schon bald in privaten Kreisen und am 1. Dezember 1822 mit dem Klavierkonzert in a-Moll von Johann Nepomuk Hummel und einer Improvisation in einem Konzert im Landesständischen Theater hören. Am 13. April 1823 gab er im kleinen Redoutensaal jenes Konzert, an dessen Ende er nach der Legende einen Weihekuss Beethovens erhalten haben soll. Zeitgenössische Rezensionen des Konzerts lassen jedoch nichts von der Anwesenheit Beethovens erkennen. Nach einer eigenen Erzählung Liszts aus dem Jahr 1875 hatte er einen Tag vor dem Konzert Beethoven in dessen Wohnung den ersten Satz aus dessen 1. Klavierkonzert vorgespielt, und es kann sein, dass er bei dieser Gelegenheit von Beethoven einen Kuss erhielt. Die Konversationshefte Beethovens lassen keinen sicheren Rückschluss zu.Im August 1823 kündigte Adam Liszt seine Anstellung bei dem Fürst Esterhazy und im September 1823 verließ die Familie Liszt Wien. In seine Lebenserinnerungen hat später Czerny den frühzeitigen Abbruch des Unterrichts beklagt und auf ein einseitiges Streben Adam Liszts nach einem möglichst hohen Geldgewinn zurückgeführt. Nach der Schilderung Gustav Schillings in seiner Anfang 1844 erschienenen Liszt-Biografie, die auf einer Titelseite als einzige von Liszt selbst autorisierte Biografie ausgewiesen und - ausweislich der Korrekturen in einem Anhang - vor der Veröffentlichung von Liszt kritisch durchgesehen worden ist, hat es auch zwischen Czerny und seinem Schüler starke Spannungen gegeben. Mit Berufung auf ein von Liszt zur Verfügung gestelltes Tagebuch Adam Liszts schildert Schilling, dass der Schüler den Besuch des Unterrichts schon bald verweigern wollte. Es kam zu einer Aussprache Adam Liszts mit Czerny, wohl auch zu einer energischen Aussprache zwischen Vater und Sohn, worauf der Unterricht eine vorläufige Fortsetzung fand. Aus einem von Liszt selbst in dem Jahr 1881 vor der Veröffentlichung korrigierten Artikel eines französischen Lexikons Biographie des Contemporains geht hervor, dass ihm seinerzeit insbesondere das Üben von Klaviersonaten Muzio Clementis verhasst gewesen ist, weil sie ihm in klaviertechnischer Hinsicht als nicht schwer genug erschienen sind.Nach Zwischenaufenthalten mit Konzerten in München, Augsburg, Stuttgart und Straßburg traf die Familie Liszt am 11. Dezember 1823 in Paris ein. Mit der Begründung, dass er kein Franzose sei, blieb es Franz Liszt jedoch verwehrt, am Pariser Konservatorium zu studieren. Es war der Konservatoriumsdirektor Luigi Cherubini, selbst kein Franzose, der Vater und Sohn abschlägig beschied. Liszt erinnerte sich später:„Ich bebte an allen Gliedern. Nichtsdestoweniger verharrte, flehte mein Vater, seine Stimme belebte meinen Mut und ich versuchte ebenfalls einige Worte zu stammeln. Allein das Reglement war unerbittlich – und ich untröstlich. Alles schien mir verloren, selbst die Ehre, und ich glaubte an keine Hilfe mehr. Mein Klagen und Seufzen wollte gar nicht enden. Die Wunde war zu tief und blutete noch lange Zeit fort.“ Für die weitere Vervollkommnung seines Klavierspiels war Liszt danach weitgehend auf das strenge Regiment seines Vaters gestellt, der ihn dazu zwang, täglich zwölf Fugen Johann Sebastian Bachs zu spielen und in alle Tonarten zu transponieren. Liszt erhielt außerdem Kompositionsunterricht bei Ferdinando Paer und Antonín Reicha. Nach privaten Auftritten in höchsten Gesellschaftskeisen und Konzerten am 7. März und 12. April 1824 im Italienischen Theater stieg Liszt in Paris als petit Listz oder petit Litz rasch zu einer Berühmtheit auf. Er wurde in Rezensionen zum wiedergeborenen Mozart ernannt. In Konzerten in England, das er zusammen mit seinem Vater in den Jahren 1824, 1825 und 1827 besuchte, war er als Master Liszt bekannt. Die Einnahmen flossen in Strömen, so dass Adam Liszt trotz der hohen Lebenshaltungskosten in Paris einen Geldbetrag in einer Größenordnung von 60.000 Francs in Anleihen seines früheren Arbeitgebers, des Fürsten Eszterházy, zur Existenzsicherung anlegen konnte. Diese Rücklage ist bis zum Tod von Liszts Mutter im Jahr 1866 unangetastet geblieben.Die veröffentlichten Kompositionen des Wunderkinds, neben einem Beitrag zu den Variationen von 50 berühmten Komponisten über einen Walzer Diabellis in der Hauptsache Variationen op.1 über ein eigenes Thema, Variationen op.2 über ein Thema von Rossini, ein Impromptu op.3 über Themen von Rossini und Spontini, zwei Allegri di bravura op.4 und 12 Etüden op.6 sind in dem Stil der brillanten Wiener Schule gehalten, mit dem auch seine späteren Virtuosenkollegen Sigismund Thalberg und Theodor Döhler begannen. Liszt hat sich an dem Stil seiners Lehrers Czerny orientiert, der ihm in großer Fülle eigene Kompositionen zukommen ließ. Die Opuszahl 5, die frei geblieben ist, war wohl für die Oper Don Sanche ou le Château d’amour bestimmt, die Liszt mit etwas Hilfestellung seines Lehrers Ferdinando Paer komponierte. Die Oper wurde am 17. Oktober 1825 unter der Leitung von Léon Kreutzer in Paris uraufgeführt, doch war die Aufführung ein Misserfolg, so dass die Oper schon bald von dem Spielplan verschwand. Zahlreiche andere Kompositionen des Wunderkinds, deren Existenz durch Angaben in Briefen Adam Liszts und anderen Quellen bekannt geworden ist, darunter Klaviersonaten, Klavierkonzerte und Werke in kammermusikalischen Gattungen, sind verschollen. Einige Zeitgenossen vermuteten, dass Liszt den Misserfolg seiner Oper nicht hatte verwinden können, so dass er aus diesem Grund bei der Veröffentlichung von Kompositionen Zurückhaltung walten ließ. Aus der Sicht der Öffentlichkeit war das Wunderkind ein mit überragend brillanter Klaviertechnik ausgestatteter frühreifer Pianist und geschickter Improvisator, jedoch kein ernstzunehmender Komponist. Es ergab sich allerdings aus der Veröffentlichung der Etüden op.6 eine Folge, die erst viel später sichtbar geworden ist. Zufolge einer Notiz Robert Schumanns von 1829 hatte er früher seinem Vater Klavierstücke, darunter ein Allegro in c-Moll von Liszt, vorgespielt. Mit dem Allegro in c-Moll, von Schumann Opus I genannt, ist höchstwahrscheinlich die 8. Nummer der Etüden op.6 gemeint, an der Schumann Gefallen fand. Dementsprechend hob er in einer Rezension, die im Oktober 1839 in der Neuen Zeitschrift für Musik erschien, die vor langer Zeit entstandenen Etüden des Wunderkinds im Vergleich mit den jüngst bei Haslinger in Wien erschienenen 12 Grandes Etudes als beneidenswertere Kompositionen hervor. Hersteller: K2 Shop: digitalINDIE Shop-Kategorie: Klassik/Konzerte/
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| 18.50
2008-10-09 15:56:20
| | Liszt Requiem Im Mai 1822 zog die Familie nach Wien, um dem Jungen eine professionelle musikalische Ausbildung zu ermöglichen. Neben dem Klavierunterricht Carl Czernys erhielt er Unterricht in Komposition bei dem bereits zweiundsiebzigjährigen Antonio Salieri. Liszt ließ sich schon bald in privaten Kreisen und am 1. Dezember 1822 mit dem Klavierkonzert in a-Moll von Johann Nepomuk Hummel und einer Improvisation in einem Konzert im Landesständischen Theater hören. Am 13. April 1823 gab er im kleinen Redoutensaal jenes Konzert, an dessen Ende er nach der Legende einen Weihekuss Beethovens erhalten haben soll. Zeitgenössische Rezensionen des Konzerts lassen jedoch nichts von der Anwesenheit Beethovens erkennen. Nach einer eigenen Erzählung Liszts aus dem Jahr 1875 hatte er einen Tag vor dem Konzert Beethoven in dessen Wohnung den ersten Satz aus dessen 1. Klavierkonzert vorgespielt, und es kann sein, dass er bei dieser Gelegenheit von Beethoven einen Kuss erhielt. Die Konversationshefte Beethovens lassen keinen sicheren Rückschluss zu.Im August 1823 kündigte Adam Liszt seine Anstellung bei dem Fürst Esterhazy und im September 1823 verließ die Familie Liszt Wien. In seine Lebenserinnerungen hat später Czerny den frühzeitigen Abbruch des Unterrichts beklagt und auf ein einseitiges Streben Adam Liszts nach einem möglichst hohen Geldgewinn zurückgeführt. Nach der Schilderung Gustav Schillings in seiner Anfang 1844 erschienenen Liszt-Biografie, die auf einer Titelseite als einzige von Liszt selbst autorisierte Biografie ausgewiesen und - ausweislich der Korrekturen in einem Anhang - vor der Veröffentlichung von Liszt kritisch durchgesehen worden ist, hat es auch zwischen Czerny und seinem Schüler starke Spannungen gegeben. Mit Berufung auf ein von Liszt zur Verfügung gestelltes Tagebuch Adam Liszts schildert Schilling, dass der Schüler den Besuch des Unterrichts schon bald verweigern wollte. Es kam zu einer Aussprache Adam Liszts mit Czerny, wohl auch zu einer energischen Aussprache zwischen Vater und Sohn, worauf der Unterricht eine vorläufige Fortsetzung fand. Aus einem von Liszt selbst in dem Jahr 1881 vor der Veröffentlichung korrigierten Artikel eines französischen Lexikons Biographie des Contemporains geht hervor, dass ihm seinerzeit insbesondere das Üben von Klaviersonaten Muzio Clementis verhasst gewesen ist, weil sie ihm in klaviertechnischer Hinsicht als nicht schwer genug erschienen sind.Nach Zwischenaufenthalten mit Konzerten in München, Augsburg, Stuttgart und Straßburg traf die Familie Liszt am 11. Dezember 1823 in Paris ein. Mit der Begründung, dass er kein Franzose sei, blieb es Franz Liszt jedoch verwehrt, am Pariser Konservatorium zu studieren. Es war der Konservatoriumsdirektor Luigi Cherubini, selbst kein Franzose, der Vater und Sohn abschlägig beschied. Liszt erinnerte sich später:„Ich bebte an allen Gliedern. Nichtsdestoweniger verharrte, flehte mein Vater, seine Stimme belebte meinen Mut und ich versuchte ebenfalls einige Worte zu stammeln. Allein das Reglement war unerbittlich – und ich untröstlich. Alles schien mir verloren, selbst die Ehre, und ich glaubte an keine Hilfe mehr. Mein Klagen und Seufzen wollte gar nicht enden. Die Wunde war zu tief und blutete noch lange Zeit fort.“ Für die weitere Vervollkommnung seines Klavierspiels war Liszt danach weitgehend auf das strenge Regiment seines Vaters gestellt, der ihn dazu zwang, täglich zwölf Fugen Johann Sebastian Bachs zu spielen und in alle Tonarten zu transponieren. Liszt erhielt außerdem Kompositionsunterricht bei Ferdinando Paer und Antonín Reicha. Nach privaten Auftritten in höchsten Gesellschaftskeisen und Konzerten am 7. März und 12. April 1824 im Italienischen Theater stieg Liszt in Paris als petit Listz oder petit Litz rasch zu einer Berühmtheit auf. Er wurde in Rezensionen zum wiedergeborenen Mozart ernannt. In Konzerten in England, das er zusammen mit seinem Vater in den Jahren 1824, 1825 und 1827 besuchte, war er als Master Liszt bekannt. Die Einnahmen flossen in Strömen, so dass Adam Liszt trotz der hohen Lebenshaltungskosten in Paris einen Geldbetrag in einer Größenordnung von 60.000 Francs in Anleihen seines früheren Arbeitgebers, des Fürsten Eszterházy, zur Existenzsicherung anlegen konnte. Diese Rücklage ist bis zum Tod von Liszts Mutter im Jahr 1866 unangetastet geblieben.Die veröffentlichten Kompositionen des Wunderkinds, neben einem Beitrag zu den Variationen von 50 berühmten Komponisten über einen Walzer Diabellis in der Hauptsache Variationen op.1 über ein eigenes Thema, Variationen op.2 über ein Thema von Rossini, ein Impromptu op.3 über Themen von Rossini und Spontini, zwei Allegri di bravura op.4 und 12 Etüden op.6 sind in dem Stil der brillanten Wiener Schule gehalten, mit dem auch seine späteren Virtuosenkollegen Sigismund Thalberg und Theodor Döhler begannen. Liszt hat sich an dem Stil seiners Lehrers Czerny orientiert, der ihm in großer Fülle eigene Kompositionen zukommen ließ. Die Opuszahl 5, die frei geblieben ist, war wohl für die Oper Don Sanche ou le Château d’amour bestimmt, die Liszt mit etwas Hilfestellung seines Lehrers Ferdinando Paer komponierte. Die Oper wurde am 17. Oktober 1825 unter der Leitung von Léon Kreutzer in Paris uraufgeführt, doch war die Aufführung ein Misserfolg, so dass die Oper schon bald von dem Spielplan verschwand. Zahlreiche andere Kompositionen des Wunderkinds, deren Existenz durch Angaben in Briefen Adam Liszts und anderen Quellen bekannt geworden ist, darunter Klaviersonaten, Klavierkonzerte und Werke in kammermusikalischen Gattungen, sind verschollen. Einige Zeitgenossen vermuteten, dass Liszt den Misserfolg seiner Oper nicht hatte verwinden können, so dass er aus diesem Grund bei der Veröffentlichung von Kompositionen Zurückhaltung walten ließ. Aus der Sicht der Öffentlichkeit war das Wunderkind ein mit überragend brillanter Klaviertechnik ausgestatteter frühreifer Pianist und geschickter Improvisator, jedoch kein ernstzunehmender Komponist. Es ergab sich allerdings aus der Veröffentlichung der Etüden op.6 eine Folge, die erst viel später sichtbar geworden ist. Zufolge einer Notiz Robert Schumanns von 1829 hatte er früher seinem Vater Klavierstücke, darunter ein Allegro in c-Moll von Liszt, vorgespielt. Mit dem Allegro in c-Moll, von Schumann Opus I genannt, ist höchstwahrscheinlich die 8. Nummer der Etüden op.6 gemeint, an der Schumann Gefallen fand. Dementsprechend hob er in einer Rezension, die im Oktober 1839 in der Neuen Zeitschrift für Musik erschien, die vor langer Zeit entstandenen Etüden des Wunderkinds im Vergleich mit den jüngst bei Haslinger in Wien erschienenen 12 Grandes Etudes als beneidenswertere Kompositionen hervor. Hersteller: K2 Shop: digitalINDIE Shop-Kategorie: Klassik/Chor/Lied/
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